Leer aktuell

30. April 2017  

Reaktion, auf eine Anfrage einer Hebamme aus dem Landkreis Leer.

Stirbt die gute alte Hebamme aus? Oder warum immer mehr Hebammen aufgeben!
 
Der Beruf der Hebamme ist einer der ältesten, die es gibt. Damals wie heute begleiten sie werdende Mütter und helfen bei der Entbindung. Auch nach der Geburt kümmern sie sich um das Baby.
Seit 1991 ging in rund 40 Prozent der Kreißsäle in Deutschland das Licht aus, „eine dramatische Entwicklung“, so Franziska Junker, DIE LINKE Kreisverband Leer.
In vielen ländlichen Regionen gibt es bereits keine gar keine Klinik mit Geburtshilfe mehr. Die übrig gebliebene sind gnadenlos überlastet. Die Hebammen leisten viele Überstunden und betreuen oft mehrere gebärende Frauen gleichzeitig. „Während in Norwegen oder Spanien eine in Vollzeit beschäftigte Geburtshelferin nur 33 Neugeborene pro Jahr versorgen muss, sind es in Deutschland 100.“ Viele halten diese wachsende Belastung nicht stand und kündigen.
Andere werfen aus einem anderen Grund das Handtuch: Sie fürchten um ihre Existenz, weil sie die hohen Beiträge für ihre Berufshaftpflicht nicht mehr bezahlen können.
Zurzeit zahlen sie 6843 Euro pro Jahr und damit mehr als das zehnfache als noch 2002. Und die Kassen übernehmen nur einen Teil der Versicherungsprämien der Hebammen. „Im Juli gibt es die nächste Versicherungsprämienerhöhung. Dann werden 7639 Euro pro Jahr fällig.
„Das ist eine absolut untragbare Situation“, so Franziska Junker. Sie und ihre Partei“ DIE LINKE“ fordern bessere Arbeitsbedingungen für die Hebammen. Außerdem sollten die Kassen, die Versicherungsprämien übernehmen.
Meine eigenen Kinder kamen in einem Geburtshaus zur Welt, es wäre schade, wenn Frauen eine so tolle Option genommen wird!“
Franziska Junker; Neue Straße 45, 26835 Neukamperfehn. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!